Ħal Kirkop #2 –  Tal-Beraq/kulur San Ġużepp Fireworksfactory

08.07.2016 – Nachdem ich und David uns die Feuerräder angeschaut und betrachtet haben, fahren wir zum Abbrennplatz. Ein recht großes Feld, staubig und vor allem rostrot lächelt uns in seiner mediteranen Art an. Die silbernen Singleshotgestelle glänzen in der Mittagssonne, ebenso die hunderten Stahlmörser die mit Aluminiumfolie verschlossen sind um diese vor der Glut zu schützen, ein Meer aus glitzerndem Metall.

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Eine der vielen Positionen wo die Abschussrohre angebracht und verladen wurden. Kaliber 4-10″

David führt mich voller Stolz über den Platz und zeigt mir die verschiedenen Positionen von wo aus geschossen wird. Angefangen bei der Kaxxa (Kasscha ausgesprochen), einem der traditionellsten Effekte überhaupt in Malta, über die etlichen Metallmörser für die Pyroshow bis hin zu den 5 Positionen der Salutkette. Das Handy klingelt erneut, David muss dringend zurück zu seinen Leuten nahe des Nar Tal-Art´s.

Der Beginn einer neuen Freundschaft, Terence wird mir vorgestellt, einer der zuständigen für das Großfeuerwerk. Mir fällt nach kurzer Zeit auf, dass dieses Pyromusical ohne einen einzigen GFK-Mörser auskommt, nur Metall und Pappe. Gewöhnlich werden auf Malta nur Metallmörser für die großkalibrigen Zylinderbomben aber auch gerne GFK-Mörser für Kugelbomben benutzt. Wie mir Terence erzählt hat, habe der Club vor in naher Zukunft teilweise auf GFK umzusteigen. Metall sei zwar von der Qualität her etwas besser, jedoch ist es ein massiver Aufwand hunderte Stahlrohre in ihre Positionen zu bringen. GFK-Mörser bergen allein in dem Aspekt einen großen Vorteil.

Es ist sehr interessant zu sehen wie die Leute in Kirkop arbeiten ebenso die Herstellungweise dieser Factory.

Fast jeder Abbrennplatz in Malta hat mindestens einen Container in welchem die Feuerwerkskörper für die nächsten Stunden gelagert werden. In den zwei Tagen in Kirkop wurde dieser an die 4-5 mal neu aufgefüllt.

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Sehen kann man die Murtalis mit eigentlich untypischen Elektrozündern, diese sind bestimmt für die große Feuerwerksshow am folgendem Tag. Geschossen wird mit Pyrosure

16:00 Uhr

Die Sonne brennt und der rote Staub legt sich auf die Haut wie ein Film. Seit Stunden arbeiten die Leute auf dem Feld und verladen unermüdlich die Feuerwerkskörper. Immerwieder kommen Charlie und Terence mit neuen Kreationen aus dem Container. Auf die Lamparebomben freue ich mich besonders denn laut Charlie beinhalten die einen kleinen Gaszylinder der für die extra „Power“ sorgt. Nach einer kleinen Diskussion über das Verbot von Kaliumchlorat und dem stattdessen neu vorgegebenem, weniger starken Kaliumperchlorat wird sofort verladen. Mein erstes mal das ich welche in Malta sehen werde. Wie sich später herausstellte haben die ihrem Namen auch alle Ehre gemacht. Der Tieforange Feuerball erfasste mich direkt im Herzen, ein unbeschreibbares Gefühl die Lampares.

Die Kaxxa wurde die Tage über mehrmals vorbereitet und geschossen. Die größte natürlich am Ende der festlichen Tage in Kirkop. Es ist nicht leicht zu begreifen in welcher Quantität in Malta Salutbomben untereinander verbunden und abgefeuert werden .Aber selbst bei dieser anscheinend einfachen Art von Salutkette gibt es größere und kleinere Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten.

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20:00 Uhr

Die ersten 100mm Salutbomben werden geschossen. Ich nehme mit meinem Stativ direkt neben dem Container Stellung und, kann endlich filmen. Pro Minute läuft mindestens einer der Feuerwerker zum Lager, nimmt einen Salut, läuft wieder zurück und gibt diesen weiter. Die nächste Person geht schnell zum kleinen Abschussplatz, verlädt, zündet und geht in Deckung. So wird auf Malta traditionell ein Feuerwerk begonnen, nie mit einer simplen Zündanlage oder ähnliches. Das Gelaufe hat Tradition.

Auch hier noch ein weiteres Video zum Anfang eines traditionellen Großfeuerwerkes, vorerst ohne Stativ gefilmt – Video#2

Danke für dein Interesse ;- )

Teil 3 kommt demnächst

Erster Teil – Kirkop#1



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